|
Ab heute (4.10.) um 23 Uhr wird für 24 Stunden der griechische Luftraum geschlossen sein. Anlass dafür ist ein Streik der landeseigenen Fluglotsen.
Hunderte Griechenland-Flüge müssen ausfallen oder umgebucht werden
Aufgrund dessen müssen hunderte, kommerzielle Flüge gestrichen werden, so „focus.de“. Bei einem Flugausfall können Passagiere von ihrer Fluglinie übrigens Geld zurückverlangen, dass heißt den Flugpreis inklusive Gebühren und Steuern. Dies gilt allerdings nur, wenn der Flug ersatzlos gestrichen wird.
Die vom Fluglotsenstreik betroffenen Airlines haben bereits angekündigt, möglichst viele Fluggäste umbuchen zu wollen. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Fluggäste ihr Reiseziel trotz der Streiks sicher und schnell erreichen. Die Fluggesellschaft Condor will diesbezüglich beispielsweise einzelne Abflüge aus Griechenland zeitlich vorverlegen, so „presseportal.de“. Insgesamt sind rund 5600 Condor-Passagiere davon betroffen. Diese und auch andere Griechenland-Reisende sollten sich rechtzeitig auf der offiziellen Seite ihrer jeweiligen Fluglinie über geänderte Flugzeiten informieren. Trotz des Start- und Landeverbots dürfen Flugzeuge am Mittwoch übrigens über Griechenland fliegen, so „stern.de“.
Fluglotsen und andere Berufsgruppen demonstrieren gegen Sparmaßnahmen
Der Streik der Fluglotsen in Griechenland richtet sich in erster Linie gegen die geplanten Sparmaßnahmen des von Insolvenz bedrohten Staates. Griechische Beamte und andere Staatsbedienstete streiken bereits seit Wochen massiv gegen Entlassungen und Gehaltskürzungen. Dabei wurden diese Woche auch die Eingänge zum Arbeits- und Finanzministerium blockiert. Am Mittwoch (5.10.) wollen sie ihren Arbeitskampf fortsetzen, weshalb Schulen, Behörden und Kommunalverwaltungen an diesem Tag geschlossen bleiben, so „n-tv.de“.
Auch Angestellte im privaten Bereich müssen mit Einsparungen rechnen. Wie „morgenpost.de“ schreibt, fordern Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF), der EU und der Europäischen Zentralbank, dass der Mindestlohn in Griechenland abgeschafft wird. Dieser beträgt derzeit rund 548 Euro netto. Betriebsräte hätten somit die Möglichkeit, neue Tarifverträge auszuhandeln, welche unterhalb des Mindestlohns liegen.
Banken sollen sich mehr an den Rettungspaketen für Griechenland beteiligen
Griechenland ist aktuell übrigens auf einen sogenannten Notkredit der anderen EU-Mitgliedstaaten und des IWF's angewiesen, so „n-tv.de“. Erste Zahlungen aus dem EU-Rettungspaket in Höhe von acht Milliarden Euro soll das Land bereits im November erhalten. Zuvor prüfen die EU-Finanzminister jedoch, ob die griechischen Haushaltspläne und Sparmaßnahmen für eine komplette Auszahlung des ersten Rettungspakets ausreichen. Am 21. Juli 2011 wurde übrigens ein weiteres Rettungspaket in Höhe von 109 Milliarden Euro gewährt. Über die Rahmenbedingungen sind sich die einzelnen Staaten allerdings noch uneinig, wobei die EU-Länder eine stärkere Beteiligung der Banken fordern.
Neben Griechenland sind auch weitere EU-Länder, wie Portugal und Italien, hoch verschuldet. In diesem Zusammenhang mahnte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter laut „morgenpost.de“:
„Es geht nicht nur um Griechenland, es geht um die Stabilität in der gesamten Eurozone. Und da haben sich alle diszipliniert zu verhalten.“
|